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Where Do I Begin? - Vernissage

7. Dezember 2017

07.12.17

AIDS-Plakate aus dem Deutschen Hygiene-Museum in Dresden und Kunst


Abbildung: © ACT UP New York (AIDS Coalition to Unleash Power); GANG; Georg Herbert Walker Bush, "AIDS Crisis", 1991. DHMD 2013/879

Wo beginnt man, wenn man über die Geschichte von AIDS, die Bildsprache von AIDS-Plakaten und die künstlerische Auseinandersetzung mit HIV und AIDS reden möchte?

Die ersten AIDS-Präventionskampagnen starteten Mitte der 1980er-Jahre und spätestens in den 90er-Jahren waren AIDS-Kampagnen weltweit präsent. Ihrem Wesen nach verhandeln AIDS-Plakate Gesundheitspolitik und Aufklärung, scheitern jedoch häufig an nationalen Grenzen und Konzepten. Es sind eben nicht nur die bekannten Motive, auf die AIDS-Kampagnen oftmals reduziert werden: Kondome, rote Schleifen und nackte Männer. Sondern vielmehr tiefgründige Plakate, die Unsicherheit, Ausgrenzung und Tod abbilden.

Aus dem weltweit umfangreichsten Sammlungsbestand von 10.000 AIDS-Plakaten aus 147 Ländern, der sich in der Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden  befindet, wurden 51 Plakate  ausgewählt, um diese als wichtige Kommunikationsmittel vorzustellen und hinsichtlich der in ihnen sichtbaren Verschiebungen der zeitgenössischen Diskurse über Sexualität, Krankheit und Moral zu befragen. Die Ausstellung analysiert die Vielfalt der Sprachen über AIDS wie sie im Medium Plakat angewandt werden und welcher  gesellschaftlicher Wandel im Umgang mit der Krankheit festzustellen ist.

Darüberhinaus spürt die Exposition anhand ausgewählter Kunstwerke der künstlerischen Aneignung von HIV und AIDS bis heute nach. Bis 1995 verdeutlichen Arbeiten von Künstler/innen und Aktivistengruppen wie Gran Fury, ACT UP und General Idea, wie sehr sich die Kunst als Teil einer politischen und gesellschaftlichen Bewegung verstand. Dann kam der Durchbruch. Binnen kurzer Zeit wurden die entscheidenden Fortschritte der HIV-Forschung in Form neuer Medikamente greifbar, und im Jahr darauf war die hoch aktive antiretrovirale Therapie (HAART) bereits Standard in der Behandlung von HIV-Infizierten.

Die Ausstellung versteht sich als komplexe Meditation über das Wesen der "plakativen Effekte" weltweiter AIDS-Kampagnen und künstlerisch-subjektiver Auseinandersetzung. Alle Werke bilden einen Horizont des Gegenwärtigen; sie zeigen welche Diskurse und visuellen Felder HIV und AIDS bis in die heutige Zeit von PrEP (HIV-Prä-Espositionsprophylaxe) bewirken können.

Teilnehmende Künstler/innen: Philipp Gufler (Amsterdam/München),  Matthias Herrmann (Wien), Susi Krautgartner (Wien/München), Sito Mújica (Barcelona) und Frédéric Vaesen (Paris)

Begleitprogramm:

Di, 16.1.2018
19 Uhr
Galerie 1 - 3
Führungsgebühr: 2,- € zzgl. Eintritt

Führung durch die Ausstellung mit Kurator Stefan-Maria MittendorfDi,

 Di. 16.1.2018
20 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt frei

Film
"PrEP17 - The coming of age of PrEP". Ein Film von Nicholas Feustel. UK/D, 2017, 35 Min. Englisch mit deutschen Untertiteln.
Die HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) ist eine neue Möglichkeit, wie sich HIV-negative Menschen durch die vorbeugende Einnahme eines Medikaments vor HIV schützen können.

Der Hamburger Filmemacher Nicholas Feustel hat sich auf Dokumentationen im Bereich Gesundheit und Menschenrechte spezialisiert, mit besonderem Schwerpunkt auf HIV-bezogene Themen. In 2015 produzierte er die offizielle Dokumentation über die in Großbritanien gelaufene PROUD-Studie zu PrEP - die Studie, die zeigte, wie hoch effektiv PrEP ist. 2017 flog Feustel erneut nach London und traf sich dort sowohl mit PrEP-Benutzern und -Aktivisten als auch mit HIV-Ärztinnen.

"PrEP17 - The coming of age of PrEP" dokumentiert einen besonderen Zeitpunkt in der Geschichte von HIV. Das erste Mal nach mehr als einem Jahrzehnt der Stagnation, ist es mit der neuen Präventionsoption möglich, die Zahl der HIV-Neuinfektionen deutlich zu senken. Der Film erzählt sowohl die epidemiologische Erfolgsgeschichte von PrEP bei schwulen Männern in Großbritanien, als auch die sehr persönlichen Geschichten einiger PrEP-Benutzer, die über ihre Beweggründe, PrEP zu nehmen - oder auch mit PrEP wieder aufgehört  haben - erzählen.

Im Anschluss Filmemacher Nicholas Feustel im Gespräch mit Dr. med. Anja Meurer, Internistin und Infektiologin. Moderation: Stefan-Maria Mittendorf, Kurator für zeitgenössische Kunst

 

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum in Dresden

Mit freundlicher Unterstützung Deutsche AIDS-Hilfe und Münchner Aids-Hilfe

Vernissage
Do. 7.12.2017
19 Uhr
Grusswort: Thomas Niederbühl, Stadtrat und Geschäftsführer Münchner Aids-Hilfe

 

Ausstellung
7.12.2017 - 28.1.2018
Galerien: 1 - 3
Öffnungszeiten: Di - So 16 - 20 Uhr

Eintritt: 4,- €
Ermäßigt: 2,- €

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Letzte Änderung: 30.11.2017 (FHM)