forum homosexualität münchen e.V. | Ausstellungen
 

Ausstellungen

In unregelmäßigen Abständen präsentieren wir Ausstellungen zu lesbischer, schwuler und transgender Kunst, Kultur und Geschichte. Einzelne KünsterInnen und FotografInnen kommen dabei ebenso zum Zuge, wie etwa die Dokumentation schwullesbischen Lebens in einzelnen Stadtvierteln Münchens.  Jedes Jahr sind wir auf dem CSD München mit einer selbst entwickelten Ausstellung zur Geschichte des CSD´s vertreten.

Früher gezeigte Ausstellungen, die zum Teil aus unserer eigenen Recherche entstanden, zum Teil von anderen Gestaltern übernommen wurden, können Sie im jeweiligen Untermenü aufrufen.

 

I WANNA GIVE YOU DEVOTION

6. September bis 4. Oktober 2017
Beginn: 19:00

6. September - 4. Oktober 2017

Vernissage, 6. September 19 Uhr 
Begrüßung Albert Knoll, Vorstand forum homosexualität münchen e.V.

Kurzfilm-Screening, 20. September 19 Uhr

Finissage und Filmscreening, 4. Oktober 19 Uhr 
Mit „Kaliarda“ (2014, 57 Min.) von Paola Revenioti und einer einführenden Lesung von
Gufler aus seinem neuen Künstlerbuch „Indirekte Berührung“.
Im Anschluss legt DJ Problemi auf.

Im Zentrum von Philipp Guflers Ausstellung „I wanna give you devotion“ steht die Poster- und Videosammlung des nselbstorganisierten Archivs forum homosexualität münchen e.V., in dem der Künstler seit 2013 Mitglied ist.

Zur Ausstellung hat Gufler 29 Künstler*innen und Kollektive eingeladen, die Postersammlung zu befragen, zu erweitern und zu aktualisieren. Diese Weiterschreibungen werden zusammen mit historischen Postern der Sammlung gezeigt, wodurch ein dichtes Geflecht aus aktuellem und historischem Material entsteht. Die Videoarbeit „Schemata #01 (I wanted to give you devotion)“ von Philipp Gufler, Byron Kalomamas und Angela Stiegler spinnt die Verknüpfungen weiter: Archivmaterial trifft auf Youtube-Clips, (Künstler-) Filme von Chantal Akerman, Jean Genet und Pedro Almodóvar auf Popkultur, Gusti vom Ochstengarten auf Britney Spears und Spots der Deutschen AIDS-Hilfe auf Songtexte. Es entsteht ein Archiv der Gefühle, persönlicher Erfahrungen, politischer Kämpfe und des Begehrens, das die Geschichte in die Gegenwart zieht: aktuelle Diskriminierungen und Ausgrenzungen zeigen sich genauso wie das ungestillte Begehren für nicht-normative Lebensformen.

Mit neuen Postern von Muriel Aichberger, Tabea Blumenschein, Virág Bogyó, Johannes Büttner, Cinenova Working Group, Fernando Corona, Stephan Dillemuth, Holger Dreissig, Johannes Fedisch, Philipp Gufler, Hammann von Mier, Leo Heinik, Vera Hofmann, Richard John Jones, Isaac Julien, Byron Kalomamas, Chris Kraus, Kriwet, Lothringer13_Florida, Sands Murray-Wassink, Gyula Muskovics, Anna McCarthy, Mirja Reuter, Paola Revenioti, Barbara Spiller, Angela Stiegler, Evelyn Taocheng Wang, Maria VMier, Raphaela Vogel und dem XPatch Collective.

Zur Ausstellung erscheint das gleichnamige Künstlerbuch als „Splitter 14“ mit Texten von Kerstin Stakemeier und Mitgliedern des Forums in Zusammenarbeit mit dem Hammann Von Mier Verlag.

Mit freundlicher Unterstützung der Münchner Regenbogenstiftung und der Hannchen-Mehrzweck Stiftung.


PLATFORM
Kistlerhofstraße 70,  Haus 60,  3. Stock
81379 München

Öffnungszeiten: Mo - Fr 10:00 - 17:00 Uhr

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Mahnmahlseröffnung

27. Juni 2017, Beginn: 18:00

 

Das am 20.11.2014 vom Stadtrat beschlossene Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen wird nun eröffnet!

Damit erhält die Bevölkerungsgruppe der Lesben und Schwulen erstmals ein eigenes Denkmal in München.
Derzeit laufen die Bauarbeiten in der Dultstraße / Ecke Oberanger auf Hochtouren.
Die Künstlerin Ulla von Brandenburg hat für den Erinnerungsort den Standort des heute nicht mehr vorhandenen Schwulenlokals „Schwarzfischer“ in der Dultstraße an der Ecke Oberanger gewählt. Der “Schwarzfischer” stand im Fokus der organisierten Homosexuellenverfolgen der Nationalsozialisten. Am 20. Oktober 1934 fand dort die erste großangelegte Razzia statt, mit der die systematische Verfolgung Homosexueller durch Polizei, Gestapo und Justiz einsetzte.

Das Mahnmal gestaltet sich als farbiges, ca. 70qm großes Bodenmosaik. Unterschiedlich große farbige Steine werden in Form eines Winkels angeordnet, der sich um die Ecke des Gebäudes Oberanger/Dultstraße legt. Das Kunstwerk reagiert damit nicht nur funktional bestmöglich auf den Ort, sondern bildet vor allem durch seine Betretbarkeit für die Passanten eine inhaltliche Tragweite aus. In zwei der farbigen Bodenplatten ist ein rosa Dreieck, das Schwule, und ein schwarzes Dreieck, das Lesben in Konzentrationslagern tragen mussten, eingelassen. Inhaltlich überzeugt das Kunstwerk durch mehrschichtige Lesbarkeit. Zum einen verweist es auf die Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen. Zum anderen kann der farbenfrohe Mosaikteppich auch als Statement für eine heute aufgeschlossene und tolerante Gesellschaft gelesen werden. Es entsteht ein Mahnmal für München, das für ein breites Publikum verständlich und intuitiv zugänglich ist. Durch eine Gedenktafel wird die Geschichte des “Schwarzfischer” und die Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung von Lesben und Schwulen nach 1933 erläutert und gegen das Vergessen appelliert.

Oberbürgermeister Dieter Reiter wird das Denkmal der Öffentlichkeit übergeben. Hierfür wird es am 27.06.2017 am Denkmal eine Eröffnungsveranstaltung in Anwesenheit der Künstlerin geben.

Die damalige Pressemitteilung zum Beschluss und weitere wichtige Informationen zur Entstehung gibt es auf der Homepage der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen.

Foto: Christine Bandilla

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Ausstellung ROMANKREISEN von Philipp Gufler

15. April 2017

Unser Forummitglied Philipp Gufler zeigt von 24.3.2017 bis 15.04.2017 in seiner Ausstellung ROMANKREISEN in der Galerie BQ in Berlin sein Künstlerbuch 'Indirekte Berührung' und u.a. neue Quilts zu der Zeitschrift 'Die Freundin - Das ideale Frauenblatt' (1924 - 1933) und zum griechischen Zine 'Kraximo' von Paola Revenioti, die beide Teil unseres Archivs sind!

 

 
 

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Ausstellung "Een gebeuren" von Philipp Gufler

9. September bis 29. Oktober 2016

Unser Forummitglied Philipp Gufler zeigt neue Arbeiten in der Galerie Françoise Heitsch.

 

09.09.2016 - 29.10.2016



Françoise Heitsch
Amalienstraße 19
80333 München
Open: MI - FR 14 - 19 Uhr
Sa 12 - 17 Uhr

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Ausstellung

25. Juli bis 30. Oktober 2016

Unser Forummitglied Philipp Gufler zeigt in der Ausstellung "Favoriten III" neue Arbeiten aus seiner Serie Quilts, für die er in unserem Archiv recherchierte.

Mit Arbeiten von: ANDREAS CHWATAL, BABYLONIA CONSTANTINIDES, ROBERT CROTLA, HEDWIG EBERLE, BEATE ENGL, PHILIPP GUFLER, FLAKA HALITI, FLORIAN HUTH, STEPHAN JANITZKY, ANNA MCCARTHY, CARSTEN NOLTE, FRANZ WANNER

Die Münchner Kunst- Szene der ummittelbaren Gegenwart exemplarisch darzustellen und die in ihr vorherrschende Atmosphäre einzufangen ist das Anliegen der Ausstellung „FAVORITEN: Neue Kunst aus München“. Die Frage, ob sich in München im Bereich der Gegenwartskunst, auch durch den Einfluss der hiesigen Akademie der Bildenden Künste, ein Generationswechsel beobachten lässt, der sich nicht nur stilistisch abzeichnet, sondern darüber hinaus Ausdruck einer veränderten Geisteshaltung ist, soll in der Ausstellung gestellt werden. In der Hoffnung und Absicht, einen Impuls zu setzen, der auch von anderen Kunstinstitutionen in München aufgegriffen werden könnte, haben die Kuratorinnen der Ausstellung nach einer ausführlichen Recherche eine Auswahl von 12 Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Generationen getroffen, die ihnen für die junge lokale Kunstszene repräsentativ erscheinen.

Diese Auswahl ist nicht normativ zu verstehen, sondern wird versuchen,  anhand von Beispielen ein in München fassbares künstlerisches Stimmungsbild  wiederzugeben.

Kuratiert von Eva Huttenlauch und Stephanie Weber

26.07.-30.10.2016 im Kunstbau/Lenbachhaus in München.

BLOG VON PHILIPP GUFLER ZUR AUSSTELLUNG
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Tag der Archive - Erinnern und Entdecken

5. März 2016, Beginn: 10:00

Das Forum beim Tag der Archive 2016 "Mobiliät im Wandel"

Archive sind das Gedächtnis einer Gesellschaft. Ihre Aufgabe ist es, originale und einmalige Zeugnisse menschlichen Lebens aufzubewahren, zu erschließen, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten zur Benutzung bereitzustellen, auszuwerten und so vor dem Vergessen zu sichern. Archive sind das Fundament zukünftiger Erinnerung. Jede Generation kann, muss und will sich aus historischen Dokumenten aufs Neue ihr Bild von der Vergangenheit machen. Die Archive geben Hilfestellung bei der Forschung und wenden sich in Publikationen, Ausstellungen, Führung und Vorträgen an die Öffentlichkeit. München besitzt eine reiche und vielfältige Archivlandschaft. 24 Münchner Archive geben am Samstag, den 5. März 2016 unter dem Motto "Erinnern und Entdecken" Einblick in ihre spannenden Bestände.

Wir als Archiv und Erinnerungsort für die lesbische, schwule, trans* und queere Geschichte Münchens und mehr,  sind sehr froh, an dieser deutschlandweiten Aktion teilnehmen zu können und freuen uns auf viele Besucher*innen. An diesem Tag sind unsere Räume von 10-17 Uhr geöffnet, um 15 Uhr findet eine Führung durch die Bestände statt.

Mehr zum Tag der Archive unter: http://amuc.hypotheses.org/ und http://www.tagderarchive.de/

 

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Tag des offenen Archivs - Begleitprogramm Ausstellung

14. Juli 2015, Beginn: 20:00

Tag des offenen Archivs - Begleitprogramm zur Ausstellung "Today i will say what i think - Queer form and formula"  vom 03.07.2015 bis 16.08.2015 in der Pasinger Fabrik

Das Archiv des Forums sammelt  Materialien aus der Queer-Geschichte speziell von München und Oberbayern, aber auch darüber hinaus. Seit 2014 wird auch ein separates Lesbenarchiv aufgebaut. Zu den Beständen gehören neben einer umfangreichen und durch Zustiftungen stetig wachsenden Buch- und Zeitschriftensammlung auch zahlreiche Poster aus mehreren Jahrzehnten, Hunderte von Videos, Zeitzeug_inneninterviews auf CD und zunehmend Gegenstände. Die Bestände stehen Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und anderen Interessierten zur Recherche vor Ort offen. Einen ersten Einblick soll dieser „Abend der Offenen Tür“ bei Wein, Wasser und Gesprächen ermöglichen.

Zur Ausstellung:

"Queer sex is great!" ist an Kreuzberger Häuserwänden zu lesen. Die Werke der acht nationalen und internationalen Künstler_innen der Ausstellung "Today I will say what I think" leisten aus queerer Perspektive Widerstand gegen das vermeintlich Normale. Mit ihrer Symbolik und Subtexten laufen die künstlerischen Produktionen der heteronormativen Zeichenökonomie zuwider. Häufig werden der eigene autobiografische Hintergrund, das unmittelbare soziale Umfeld oder das weite Feld des Unbewussten als Material benutzt. Die Arbeiten arrangieren sich zu einem Tableau, das von Nähe und Authentizität spricht, von queerem Underground, intimen Momenten und dem Körper als Medium menschlichen Interagierens. Diese künstlerische Grundhaltung und Hinwendung zur gesellschaftlichen Gegenwart ist die Matrix einer Ausstellung, in der uns die Bilder im wahrsten Sinne des Wortes in die "Queere" kommen. Mehr unter www.pasinger-fabrik.com.


 

"Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)" online auf Caroll / Flatcher Onscreen

29. Mai 2015

Bis zum 8. Juni ist das Video "Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)", für das Philipp Gufler in unserem Archiv über die Ankommen des AIDS Virus in München recherchierte, in der Videokunstgalerie Caroll / Fletcher Onscreen, London, online.

Philipp Gufler: Gauweilereien | Schwules Museum* Berlin

16. August 2014, Beginn: 19:00

16. August 2014, 19.00h - 03. September 2014

Philipp Gufler: Gauweilereien

Eröffnung am 16. August um 19 Uhr mit dem Künstler 

Kurator: Michael Fürst

 

Vom 17. August bis 3. September zeigt das Schwule Museum* die Videoinstallation und das gleichnamige Künstlerbuch „Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)“ von Philipp Gufler.

Darin gewährt der Künstler einen kaleidoskopartigen Rückblick auf die Anfänge der AIDS-Krise in München in den 1980iger Jahren. Die Videoarbeit versetzt die Betrachter_innen in einen klassischen „White Cube“, in welchem Gufler aus dem Archiv Forum Homosexualität München e.V. zusammengetragene Dokumente in chronologischer Reihenfolge präsentiert. Mit einem „Maßnahmenkatalog“ beantwortete Peter Gauweiler (ehemaliger bayerischer Staatssekretär) das Auftauchen der AIDS Seuche mit ebenso drastischen wie schockierenden Vorschlägen. Nicht etwa die Prävention der Krankheit steht im Vordergrund von Gauweilers Maßnahmenkatalog, sondern die Ausgrenzung und letztlich die Auslöschung der „Keimträger“, sprich der Sexarbeiter_innen und Homosexuellen. Diesen Ressentiments stellt Gufler die emanzipatorischen Schlachtrufe der Münchner Schwulen- und Lesbenbewegung entgegen und zeichnet somit ein oszillierendes Bild münchnerischer und zugleich deutscher Geschichte.

Zusammen mit der Videoinstallation werden neue Arbeiten von Gufler gezeigt, unter anderem Siebdrucke auf Stoff aus der Serie "Quilt", sowie in Epoxi gegossene Textcollagen mit dem Titel „August von Platen“, die speziell für diese Ausstellung entwickelt wurden.

Die Serie „Quilt“ ist eine Hommage an an AIDS verstorbene Personen. AIDS war in den 80er Jahren nicht mehr nur eine Frage der Medizin, sondern vielmehr eine der Sozialpolitik und der alltäglichen Homophobie. Im Juni 1987 wird in San Francisco das Mahnprojekt "NAMES Project AIDS Memorial Quilt" initiiert, um eine Form für eine Trauerfeier zwischen Privatheit und Öffentlichkeit zu finden und damit die Verstorbenen vor dem Vergessen zu bewahren. "Das Ausgangsmaterial der Quilts in ihren verschiedenen Stofflichkeiten und die unter ihrer Verwendung gewählte Form des Abschiednehmens folgen den Prinzipien der Wiederholung und der Serie, der Verdichtung und der Unterbrechung." (Gürsoy Dogtas)


Ein Ausgangspunkt der in Epoxi gegossenen Textcollagen wiederum bildet das Buch "Deiner Umarmung süßer Sehnsucht" von Hubert Fichte über den Schriftsteller August von Platen (1796 - 1835). Der nicht einheitliche Text, der keiner chronologischen Narration folgt, erzeugt ein Springen zwischen Zeiten und Perspektiven und ermöglicht dadurch verschiedene Bedeutungs- und Identifikationsebenen.

Philipp Gufler (*1989) lebt in München. Sein Werk erstreckt sich über verschiedenste Medien (Druckgrafiken, Performances, Videoinstallationen u.a.). Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und an der Universiteit van Amsterdam.

Alle Arbeiten Courtesy Galerie Françoise Heitsch, München.

Am 19.08. findet um 19 Uhr ein Gespräch zwischen dem Künstler und der Kunsttheoretikerin Kerstin Stakemeier statt. 

Finissage ist am 3. September von 19 bis 22 Uhr mit  DJ Problemi und Lisa Schairer.

Schwules Museum*
Lützowstraße 73
10785 Berlin

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Ausstellung "Gauweilereien" im Schwulen Museum* Berlin

16. August 2014

Philipp Gufler: Ausstellung „Gauweilereien“ im Schwulen Museum*,

Lützowstraße 73, Berlin

Eröffnung, 16. August 2014 - 19 Uhr 17. August -3. September

Gespräch zwischen Kerstin Stakemeier und Philipp Gufler - 19. August um 19 Uhr

Finissage am 3. September mit DJ Problemi und Lisa Schairer von 19 - 22 Uhr

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Debütantenausstellung Philipp Gufler 8.-13. April an der ADBK

8. bis 13. April 2014
Beginn: 19:00

Im Rahmen der Debütantenausstellung 2014 der Akademie der bildenden Künste München zeigt Philipp Gufler seine Videoinstallation „Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)“.


Bestehend aus drei Teilen - einer Videoinstallation, einem Siebdruck der die Autoren der abgefilmten Objekte nennt sowie einem im HAMMANN & VONMIER Verlag veröffentlichten Begleitmagazin - gewährt der Künstler mit seinem Werk einen kaleidoskopartigen Rückblick auf die Anfänge der AIDS-Krise in München in den 1980iger Jahren. Die Videoarbeit versetzt den Betrachter in einen klassischen „White Cube“, in welchem Gufler aus dem Archiv Forum Homosexualität München e.V. zusammengetragene Dokumente in chronologischer Reihenfolge präsentiert und sie durch aktuelle Arbeiten befreundeter Künstler ergänzt. Dabei scheint es bemerkenswert, dass die Ausstellung nur für den Moment der Filmaufnahmen konzipiert wurde und somit lediglich im virtuellen Raum existiert. Man kann dieses Spiel des Künstlers mit verschiedenen Repräsentationsebenen durchaus als Problematisierung im Umgang mit Homosexualität und Geschichte verstehen. Die Plakate, Kunstwerke, Zeitungs- sowie Fernsehausschnitte, die zum Teil auch in dem Begleitmagazin zu finden sind, werden von der Kamera in einer fließenden Bewegung erfasst und offenbaren eine Diskussion über Sexualität, Liebe, Moral und Tod wie wir sie auch heutzutage fast unverändert in den Medien erleben (z.B. Bildungsplandebatte). Der infame Peter Gauweiler (ehemaliger bayerisches Staatssekretär) wie auch der damalige Kultusminister Bayerns Hans Zehetmair beantworten das Auftauchen der AIDS Seuche mit ebenso drastischen wie schockierenden Vorschlägen. Nicht etwa die Prävention der Krankheit steht im Vordergrund von Gauweilers Maßnahmenkatalog sowie Zehetmairs Rhetorik, sondern die Ausgrenzung und letztlich die Auslöschung des „Keimträgers“, sprich des Homosexuellen. Diesen homophoben Ressentiments stellt Gufler die emanzipatorischen Schlachtrufe der Münchner Schwulen- und Lesbenbewegung entgegen und zeichnet somit ein oszillierendes Bild münchnerischer und zugleich deutscher Geschichte.

Beteiligte: Maximiliane Baumgartner, Adrian Djukic, Gürsoy Dogtas, Florian Gass, Albert Knoll, Dr.med. Hans Jäger, Stephan Janitzky, Richard John Jones, Simon Leahy, Stefanie Hammann, Maria von Mier, Mirja Reuter, Lisa Schairer, Barbara Spiller und Guido Vael.
Text: Nicholas Maniu

 

Ort:

Eröffnung: 8.04.2014 - 19 Uhr

Ausstellung 09.04.-13.04.2014 15-20 Uhr

im Altbau der Akademie im Raum 02.62,

Akademiestraße 2

80799 München

 

 

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Letzte Änderung: 04.02.2014 (JIO)