forum homosexualität münchen e.V. | Szene aktuell
 

Erfolgreiche Buchpräsentation im Sub

"Es gibt noch viel zu tun" sorgte für volles Haus

Viel Interesse fand die Buchpräsentation des Interviewbandes "Es gibt noch viel zu tun" von Ariane Rüdiger und vielen Szene-AktivistInnen, die der Autorin in den vergangenen vier Jahren Interviews gegeben hatten. Am Präsentationsabend diskutierten sie untereinander und mit den Gästen darüber, wie sich lesbisch-schwules Leben in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wie es sich in Zukunft weiter entwickeln könnte oder sollte. Mit dabei vlnr.: Fritz Letsch, Sascha Vinogradow (verdeckt), Albert Knoll, Bernd Müller, Naomi Lawrence, Eleni Lapsanidou, Stefanie Gerlach, Christine Schäfer, Elke Amberg, Sepp Stückl, Ariane Rüdiger

Fazit: Wir müssen über die Grenzen unserer "Unterszenen" hinaus mehr miteinander sprechen, um Perspektiven zu entwickeln.


 

 

forum-Vorstand Albert Knoll präsentiert Splitter 13 in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Rund 50 BesucherInnen ließen sich von der Geschichte des Rosa-Winkel-Gedenksteins und seines langen Weges faszinieren.

Am 14.3. präsentierte forum-Vorstand Albert Knoll in der KZ-Gedenkstätte Dachau, dem Arbeitsplatz des Historikers und Archivars, seine aktuelle Publikation "Der Rosa-Winkel-Gedenkstein - Die Erinnerung an die Homosexuellen im KZ Dachau" (erschienen als Band 13 in der Veröffentlichungsreihe "Splitter" des forum homosexualität München e.V. - Lesben und Schwule in Geschichte und Kultur)(siehe Bild). Lebendig und ergreifend stellte Knoll an einigen exemplarischen Beispielen dar, wie Schwule nach §175 StGB systematisch verfolgt wurden, ins KZ kamen und was ihnen dort wiederfuhr. Anschließend berichtete er von den jahrelangen vergeblichen Versuchen in der Zeit ab Mitte der 80er Jahre, den homosexuellen Opfern des KZ Dachau ein offizielles, würdiges Gedenken zu erkämpfen. Weil das Anliegen so lange auf taube Ohren stieß, befand sich der Gedenkstein zunächst mehrere Jahre in einer evangelischen Kirche in Dachau, bevor er nach ausdauerndem Argumentieren und einem Haltungswandel im Häftlingskommittee schließlich seinen heutigen Platz in der offiziellen Gedenkstätte fand.

Albert Knoll stellt Splitter 13 in Dachau vor

Anschließend diskutierte Knoll eine Stunde lang mit Gedenkstättenleiterin Dr. Gabriele Hammermann und stellte sich den Fragen eines neugierigen Publikums.

Albert Knoll diskutiert mit Dr. Brigitte hammerstein

 


 

USA: Das oberste Gericht entscheidet - Lesben und Schwule dürfen in allen US-Staaten heiraten

Im Jahr 2015 steht der CSD in den USA ganz im Zeichen der wegweisenden Entscheidung. In San Francisco, wo sich die Autorin derzeit aufhält, setzte der San Francisco Chronicle, die örtliche Tageszeitung, das Thema ganzseitig auf den Titel und widmete ihm insgesamt acht Seiten - etwas, wovon deutsche Lesben und Schwule wohl bis auf Weiteres nur träumen können. Im Schwulen- und Lesbenviertel Castro begannen die CSD-Feiern, ursprünglich für Samstag und Sonntag geplant, einfach einen Tag früher. Dort sah man am Freitag ausschließlich strahlende Gesichter. Auch der heute (US-Zeit) geplante Dyke March und die am Sonntag stattfindende große CSD-Parade werden wohl ganz im Zeichen der Entscheidung stehen.  Schon morgens um neun wandte sich der Bürgermeister von San Francisco direkt an die Bevölkerung und hielt am Rathaus eine Rede, die der Autorin leider entgangen ist. 

"Diejenigen, die offen waren, den damit verbundenen Ärger eingesteckt und gekämpft haben, erhalten nun endlich Recht", sagte die Vorsitzende des National Council for Lesbian Rights,  Kate Kendell. Ihre Organisation vertrat rechtlich das lesbische Paar, das die Entscheidung vor Gericht durchsetzte. Kendell sprach vor rund 2000 ZuschaueInnen des LGBT-Filmfestivals frameline39 im überfüllten Castro Theatre. Es findet derzeit CSD-begleitend in San Francisco statt. 

Doch die rechtlichen Auseinandersetzungen seien auch in den USA noch nicht vorbei, meinen viele. Eine Stimme: "In 37 US-Staaten kann man immer noch gefeuert werden, wenn man lesbisch oder schwul ist. Wie immer nach einem Fortschritt wird es einen Schritt zurück geben, also müssen wir weiterkämpfen." Das müssen wohl auch Lesben und Schwule in Deutschland, bevor die konservative Regierung endlich ihre Vorbehalte gegen die volle Gleichstellung aufgibt.

Ariane Rüdiger


 

Vielfalt statt Einfalt: "Besorgniserregende Eltern" bleiben fern

München, 28.3.2015

Statt "besorgniserregender Eltern" fanden sich in München am Samstag am Sendlinger Tor mehrere hundert FreundInnen vielfältiger Lebensentwürfe ein, um gegen den Versuch der Dämonisierung von lesben und Schwulen durch Rechte, Erzkonservative und radikale religiöse Sekten zu demonstrieren. Die Veranstaltung, die mit zahlreichen Redebeiträgen bestückt war, wurde ein voller Erfolg. Weiter so! forum homosexualität unterstützt die Kundgebund und die gesamte Initiative!


 

Rückschau:

Lesung von Hans Jäger: Der Arzt im Porzellanladen

Am 11. Mai fand in Kooperation mit der Münchner Aids Hilfe die Lesung mit Hans Jäger aus seinem Buch "Der Arzt im Porzellanladen. Ein Almanach mit 100 Kapiteln aus meinem Leben" statt. Dr. Hans Jäger, Arzt und Forscher, gehört zu den führenden Aids-Experten in Deutschland. In den 1980er Jahren war er einer der wenigen Ärzte in München, der sich öffentlich gegen den Maßnahmenkatalog der bayrischen Staatsregierung stellte, der Zwangstests und Absonderung vorsah. 

Im Anschluss wurde eine Diskussion mit Jäger, Philipp G., Christopher Knoll von der Münchner Aids-Hilfe und dem Publikum geführt.

Einen besonderen Dank an den Kerber Verlag und Hans Jäger, die Buchexemplare zur Verfügung stellten, deren gesamter Erlös von 210 Euro an die Münchner Aids Hilfe und das forum homosexualität münchen geht.

Fotos: Gerda Duru

Aktuelles aus der Szene

Das Forum unterstützt Anti-Pegida und die Lichterkette

Wir vom Forum Homosexualität sind für eine weltoffene Stadt, in der alle Menschen, egal welcher Hautfarbe, welcher und ob überhaupt einer Religion, egal welcher sexuellen Orientierung willkommen sind. Durch unsere Teilnahme an den Montagsdemos gegen die islam- und ausländerfeindlichen Parolen von Ewiggestrigen zeigen wir Flagge im aktuellen politischen Stadtgeschehen. Wir werden weiterhin für die Rechte aller Mitbürger und Mitbürgerinnen eintreten und fordern zudem die Rücknahme der rigoroseren Abschiebepraxis gegenüber verfolgten Schwulen und Lesben in vermeintliche sichere Drittstaaten.

Das Forum nimmt an der Lichterkette teil

Theaterstück: Rosa Winkel

6. März 2016, Beginn: 19:00

Eine Inszenierung der Neuen Bühne Bruck

Das Stück „Rosa Winkel“ von Martin Sherman zeigt die fiktive Geschichte des jungen Max, der im KZ Dachau zunächst seine Homosexualität verleugnet, um dem Tod zu entgehen. Die Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, die Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte und die Theatertage Dachau e.V. laden nun am 6. März um 19 Uhr zu einer Sondervorstellung des Stücks ins Ludwig-Thoma-Haus Dachau ein. Weitere Informationen zu diesem Gastspiel und zum Kartenvorverkauf finden Sie auf der Homepage www.buehne-bruck.de  

Ort: Ludwig-Thoma-Haus in Dachau, Uhrzeit: 19 Uhr, Eintritt:10 €, erm. 7 €.

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Letzte Änderung: 10.08.2016 (PGU)