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Hans Werner Henze

„Schönheit ist, was von der Norm abweicht.“

Hans-Werner Henze wurde 1926 als ältester Sohn einer der NSDAP nahestehenden Lehrerfamilie geboren. Deswegen und wegen seiner Homosexualität geriet Henze früh in Konflikt mit seinem Elternhaus. Während seines Musikstudiums musste er 1944 in den Krieg ziehen. Henze schloss nach dem Krieg seine Studien ab, erlernte die Schönbergsche Zwölftontechnik und wurde 1950 künstlerischer Leiter und Dirigent des Balletts am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Dort entstanden erste Sinfonien und Opern, denen bis zu seinem Tod im Oktober 2012 in Dresden viele weitere Werke folgten. Sein Werk schrieb Musikgeschichte, formulierte Henzes pazifistische Gesellschaftskritik musikalisch aus und wird bis heute auf renommierten Bühnen aufgeführt.

 1960 siedelte Henze nach Italien um. Mit der Dichterin Ingeborg Bachmann war er freundschaftlich und künstlerisch verbunden, sie schrieb Texte für einige seine Opern, und die beiden lebten zeitweilig zusammen. 1964 traf Henze seinen lebenslangen Partner Fausto Moroni; die beiden waren bis zu Moronis Tod 2007 ein Paar.

Henze war organisatorisch und politisch aktiv, so gründete er 1988 die Münchner Biennale, gehörte der KPI (Kommunistischen Partei Italiens) an und lehrte zeitweise in Havanna (Kuba). Sein Schwulsein erwähnte Henze in seinen Werken nie direkt. Queer.de zu seinem Todestag am 27. Oktober 2012: „Es steht in seinen ,Autobiographischen Mitteilungen' […] unter dem Titel ,Reiselieder mit böhmischen Quinten' […] zwischen den Zeilen.“

 

 

 

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Letzte Änderung: 10.02.2016 (JIO)