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Ludwig II. von Bayern

„Keinen Kuss mehr! Reinheit! Königtum!“

Der bekannteste Homosexuelle Bayerns ging als Architekt von romantisch-phantastischen Schlossanlagen, als Mäzen Richard Wagners und als menschenscheuer Sonderling in die Geschichte ein. 1845 als Sohn von Kronprinz Maximilian und Kronprinzessin Marie geboren und als außergewöhnlich schön geltend, bestieg Ludwig II. bereits mit 18 Jahren nach dem Tod des Vaters den bayerischen Thron. Als herausragende politische Entscheidung gilt seine Unterschrift unter den Beitrittsvertrag Bayerns zum Deutschen Reich im Jahr 1870.

Der größte Teil seines Interesses galt der Kunst, die in zunehmendem Maße der Sublimierung seiner Sexualität diente. In zahlreichen Tagebucheinträgen wird Ludwigs innerer Kampf um die vergebliche Unterdrückung seiner (Homo-)Sexualität deutlich. In den letzten zehn Jahren seines Lebens wendete sich Ludwig völlig von der Öffentlichkeit ab und verbrachte oft lange Zeit mit der männlichen Dienerschaft. Aus Briefen an Vertraute, die in jüngster Zeit veröffentlicht wurden, wird das Bild des von ihm angestrebten Sexualpartners deutlicher.

Ob Ludwig tatsächlich Homosexualität praktizierte, kann nicht nachgewiesen werden. Die Entmündigung und Einsetzung eines Ersatzregenten kurz vor seinem Tod wurden u.a. auch mit seinem „moralischen Irresein“ begründet, worunter zu dieser Zeit auch Homosexualität verstanden wurde. Ludwig II. starb 1886 unter bis heute ungeklärten Umständen im Starnberger See.

 

 

 

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Letzte Änderung: 10.02.2016 (PGU)