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Ethel Smyth

"Ich nippe an dir, wenn ich mich schwach fühle."
(Virginia Woolf an Ethel Smyth)

Ethel Smyth, geboren am 23. April 1858, wuchs als viertes von acht Kindern in einem typischen Haushalt der gehobenen Mittelschicht im viktorianischen Zeitalter auf. Trotz erheblichen Widerstandes der Eltern setzte sie ein Studium der Musik und, ungewöhnlich für Frauen dieser Zeit, Komposition durch, u.a. in Deutschland am Leipziger Konservatorium. "Heute gilt sie als einzige Komponistin Englands, die – trotz Anfeindungen – in einer Zeit erfolgreich war, in der Frauen in 'Männerdomänen' so gut wie noch keine Lobby hatten" (Susanne Wosnitzka).

1903 wurde in London in der Metropolitan Opera, als erstes Werk einer Frau überhaupt, Ethel Smyths „Mass in D“ aufgeführt. Ab 1910 war Smyth vermehrt in der Frauenrechtsbewegung (Suffragetten-Bewegung) engagiert, ab 1911 war sie Mitglied in der „Women's Social and Political Union“. Unterstützung bei vielen ihrer Bemühungen fand sie unter anderem in Sir Thomas Beecham und George Bernard Shaw. Von 1913 an von zunehmender Taubheit betroffen veröffentlichte sie 1930 ihr letztes Werk „The Prison", eine Vokalsinfonie.

Beim 1934 stattfindenden Smyth-Festival in der Royal Albert Hall dirigierte sie taub. Am 8. Mai 1944 starb Ethel Smyth an den Folgen einer Lungenentzündung in London. Ihr Werk umfasst diverse Klavier- und Orchesterwerke, Kammermusik, Lieder und Stücke für Chöre und A-Cappella-Gruppen, Opern und ein Ballet, zu ihren heute bekanntesten Werken zählen der „March of the Women“ und die „Mass in D“.

 

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Letzte Änderung: 11.04.2018 (LS)