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Christa Winsloe

„Was Sie Sünde nennen, nenn' ich den großen Geist der Liebe, der tausend Formen hat.“
(aus „Mädchen in Uniform“)

Die 1888 in Darmstadt als Tochter eines Offiziers geborene Christa Winsloe studierte gegen den Protest ihres Vaters Bildhauerei in München und machte sich als Tiermodellistin einen Namen, später war sie auch als „Meisterin der Meerschweinchen“ bekannt. 1913 heiratete sie den ungarischen Schriftsteller und Literaturkritiker Baron Lajos Hatvany und zog nach Ungarn. Dort lernte sie auch die US-amerikanische Auslandskorrespondentin und frühe NS-Kritikerin Dorothy Thompson kennen, mit der Christa Winsloe Jahre später eine tiefe Freundschaft und leidenschaftliche Affäre verbinden sollte.

1922 trennten sich das Ehepaar, und Winsloe lebte hauptsächlich in Berlin und München, aber auch in Österreich, Ungarn und in der Schweiz. Außerdem unternahm sie zahlreiche Reisen. Sie gehörte der Münchner Bohème an und war u.a. mit Kurt Wolff, Erich Mühsam, Joachim Ringelnatz und Erika und Klaus Mann befreundet. 1940 floh sie vor den Nazis nach Frankreich und ließ sich dort mit der Schweizerin Simone Gentet nieder. Als die beiden 1944 das besetzte Südfrankreich verlassen wollten, wurden sie von Kriminellen bei Cluny ermordet.

Neben journalistisch-literarischen Beiträgen in verschiedenen Zeitungen und Magazinen verfasste Christa Winsloe ihr erstes längeres Werk, das Schaupsiel „Ritter Nerestan“, welches auch unter dem Titel „Gestern und Heute“ erfolgreich aufgeführt wurde. Der dazu adaptierte Roman „Das Mädchen Manuela“ wurde 1931 unter dem Titel „Mädchen in Uniform“ von Leontine Sagan verfilmt und machte Winsloe für kurze Zeit weltweit berühmt. 1958 erfolgte eine weitere erfolgreiche Verfilmung mit Romy Schneider, Lili Palmer und Therese Giehse in den Hauptrollen. Ihre weiteren Romane sind „Life Begins“ und „Passeggiera“.

 

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Letzte Änderung: 03.06.2016 (PGU)