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Gustl Angstmann

„Zeid weard´s, daß mia Dickn und Oidn und Krankn und Unauffällign uns rauß aus den Klappen draun. Mia sann grod die Mehrheit. Wea soggd, daß mia ned schee san?“

Gustl Angstmann, geboren am 12. Januar 1947, wuchs im Münchner Stadtteil Haidhausen auf und schloss 1964 nach der Hauptschule eine Facharbeiterausbildung als Schlosser ab. 1966 trat er als Novize in ein Kloster ein, das er nach einem Jahr wieder verließ. Er holte das Abitur am Abendgymnasium Mainz nach und studierte anschließend von 1971 bis 1978 Pädagogik, Psychologie und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München; Promotion 1978. In der Folge war er als Schriftsteller, Psychotherapeut in freier Praxis sowie als Autor von Fachbüchern tätig. 1985 erhielt er den Puchheimer Leserpreis.

Angstmann ist einer der Mitbegründer der Münchner Schwulenbewegung. Seit den frühen 70er Jahren war er Mitinitiator verschiedener Emanzipationsgruppen, wie etwa der HAM (Homosexuelle Aktion München), der Schwusos, der HuK (Homosexuelle und Kirche), der Rosa Liste oder der AIDS-Hilfe. Er war einer der ersten offen schwul schreibenden Autoren Bayerns. Erstlingswerk war die Kurzgeschichtensammlung „Ein ganz normaler Mann“ (1982) über das schwule Leben in München. Ihr folgten die mehr oder weniger autobiografisch geprägten Werke „Der Stotterer“ (1983), „Herz-Schläge“ (1987), „Novizen“ (1994) und „Bei Liebe Mord“ (1997). Angstmann kommentierte das landes- oder kommunalpolitische Geschehen in der „Südwind“-Kolumne „Der Grantler“ stets als Mentor der Schwachen aus einer stark obrigkeitskritischen Position.

Gustl Angstmann starb am 1. Januar 1998 an den Folgen von AIDS.

 

 

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Letzte Änderung: 10.02.2016 (JIO)