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Leslie Feinberg

„Egal welchen Geschlechts, alle Menschen haben das Recht, Weiblichkeit und Männlichkeit und die unendlichen Varianten dazwischen auszuloten – ohne Kritik oder Spott.“

 

Leslie Feinberg, geboren am 1. September 1949 in Kansas City, Missouri, gestorben am 15. November 2014 in Syracuse, New York, war eine amerikanische Transgender-Aktivistin und Autorin.

Feinberg ging mit 14 Jahren von der Highschool ab und schlug sich mit Gelegenheitsjobs in Fabriken und Büros durch. Sie brach den Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie ab und fand eine neue Heimat in der schwul-lesbischen Szene. Zeit ihres Lebens engagierte sie sich in Reden und Texten für die Rechte von Arbeitern, kämpfte u.a. gegen Rassismus, Diskriminierung, Kapitalismus, organisierte zahlreiche Demonstrationen und Protestaktionen, setzte sich für politische Gefangene ein und half beim Aufbau von Selbstschutzgruppen der LGBTQ-Szene. Seit 1974 für die kommunistische Zeitung „Workers World“ tätig, schrieb sie zwischen 2004 und 2008 als Redakteurin eine 120teilige Serie über die Zusammenhänge zwischen Sozialismus und LGBT-Geschichte, „Lavender & Red“.

Ihr bekanntester Roman, „Stone Butch Blues“ (dt. „Träume in den erwachenden Morgen“) erschien 1993 und wurde mit dem Lambda Literary Award sowie dem American Library Association Gay and Lesbian Book Award ausgezeichnet. Der semi-autobiografische Bericht über eine Kindheit in der repressiven Provinz, die Butch-Femme-Trans- und Prostituierten-Szene in den Sechzigerjahren und die heute kaum mehr vorstellbare Polizeigewalt und Willkür, denen die ProtagonistInnen ständig ausgesetzt sind, machen das Buch zu einer ergreifenden und erschütternden Lektüre mit dokumentarischem Charakter. Feinbergs Buch „Transgender Warriors“ (1996) legte den Grundstein für eine offenere Beschäftigung mit Transsexualität und brachte das Thema einer größeren Leserschaft näher. In ihrem Werk definiert Feinberg „transgender“ als einen „sehr großen Regenschirm, der all jene umfasst, die die kulturellen Gendergrenzen überschreiten“.

Sie verwendete die Pronomen „she/zie“ und „her/hir“ für sich, machte aber deutlich, dass ihr der Respekt wichtiger war: „I care which pronoun is used, but people have been respectful to me with the wrong pronoun and disrespectful with the right one. It matters whether someone is using the pronoun as a bigot, or if they are trying to demonstrate respect.“  


 

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Letzte Änderung: 10.02.2016 (JIO)