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Lili Elbe

„Wie ich jetzt bin, so bin ich eine ganz gewöhnliche Frau.“

Lili Elbe, geboren am 28. Dezember 1881 als Einar Magnus Andreas Wegener, war eine dänische Malerin und eine der ersten Personen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog. 1904 heiratete sie Gerda Wegener, ebenfalls eine Malerin. Lili begann für Gerdas Bilder in Fraulenkleidern Modell zu sitzen und trat immer häufiger auch öffentlich in Frauenkleidern auf, zunächst als „Einars Schwester“, später offen, ein Skandal im kleinen Kopenhagen. Das Paar, in der europäischen Künstlerzene sehr populär, reiste durch Italien und Frankreich und ließ sich 1912 in Paris nieder.

1930 unterzog sich Lili Elbe einer von vier geschlechtsangleichenden Operationen in Berlin und Dresden, zum damaligen Zeitpunkt risikoreiche und gefährliche Eingriffe. Ihr Fall erregte in ganz Europa Aufsehen; umstritten ist bis heute, ob Lili Elbe intersexuell war. Im gleichen Jahr wurde die Ehe mit Gerda Wegener annuliert, Lili Elbe bekam offizielle Papiere auf den Namen Lili Ilse Elvenes, später nannte sie sich „Elbe“, vermutlich in Anspielung auf den Ort ihres Geschlechtswechsels, Dresden. Am 12. September 1931 starb sie an den Folgen der vierten Operation.
Kurz vor ihrem Tod erschien ihre Autobiografie, die bereits 1932 unter dem Titel „Ein Mensch wechselt sein Geschlecht: Eine Lebensbeichte“ in Deutschland erschien. Lili Elbes Leben war 2015 die Vorlage für den Film „The Danish Girl“ von Tom Hooper mit Eddie Redmayne als Lili.

 

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Letzte Änderung: 19.10.2016 (JIO)