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“Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)” an der Akademie der Bildenden Künste München
Debütantenausstellung mit Philipp Gufler
Im Rahmen der Debütantenausstellung 2014 der Akademie der bildenden Künste München zeigt Philipp Gufler seine Videoinstallation „Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)“.
Bestehend aus drei Teilen – einer Videoinstallation, einem Siebdruck der die Autoren der abgefilmten Objekte nennt sowie einem im HAMMANN & VONMIER Verlag veröffentlichten Begleitmagazin – gewährt der Künstler mit seinem Werk einen kaleidoskopartigen Rückblick auf die Anfänge der AIDS-Krise in München in den 1980iger Jahren. Die Videoarbeit versetzt den Betrachter in einen klassischen „White Cube“, in welchem Gufler aus dem Archiv Forum Homosexualität München e.V. zusammengetragene Dokumente in chronologischer Reihenfolge präsentiert und sie durch aktuelle Arbeiten befreundeter Künstler ergänzt. Dabei scheint es bemerkenswert, dass die Ausstellung nur für den Moment der Filmaufnahmen konzipiert wurde und somit lediglich im virtuellen Raum existiert. Man kann dieses Spiel des Künstlers mit verschiedenen Repräsentationsebenen durchaus als Problematisierung im Umgang mit Homosexualität und Geschichte verstehen. Die Plakate, Kunstwerke, Zeitungs- sowie Fernsehausschnitte, die zum Teil auch in dem Begleitmagazin zu finden sind, werden von der Kamera in einer fließenden Bewegung erfasst und offenbaren eine Diskussion über Sexualität, Liebe, Moral und Tod wie wir sie auch heutzutage fast unverändert in den Medien erleben (z.B. Bildungsplandebatte). Der infame Peter Gauweiler (ehemaliger bayerisches Staatssekretär) wie auch der damalige Kultusminister Bayerns Hans Zehetmair beantworten das Auftauchen der AIDS Seuche mit ebenso drastischen wie schockierenden Vorschlägen. Nicht etwa die Prävention der Krankheit steht im Vordergrund von Gauweilers Maßnahmenkatalog sowie Zehetmairs Rhetorik, sondern die Ausgrenzung und letztlich die Auslöschung des „Keimträgers“, sprich des Homosexuellen. Diesen homophoben Ressentiments stellt Gufler die emanzipatorischen Schlachtrufe der Münchner Schwulen- und Lesbenbewegung entgegen und zeichnet somit ein oszillierendes Bild münchnerischer und zugleich deutscher Geschichte.
Beteiligte: Maximiliane Baumgartner, Adrian Djukic, Gürsoy Dogtas, Florian Gass, Albert Knoll, Dr.med. Hans Jäger, Stephan Janitzky, Richard John Jones, Simon Leahy, Stefanie Hammann, Maria von Mier, Mirja Reuter, Lisa Schairer, Barbara Spiller und Guido Vael.
Text: Nicholas Maniu
Datum: 08.04 2014 - 13.04 2014 Uhrzeit: Ganztägig Ort: Akademie der Bildenden Künste, Akademiestraße 2, München
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