Am 17. Dezember 2018 ist der Künstler und Schriftsteller Ferdinand Kriwet in Bremen gestorben.

Kriwet arbeitete mit Texten, Bildern und Tönen. Bereits 1961 veröffentlichte er sein erstes Buch „Rotor“, das er als visuelle Poesie ohne Text und Komma schrieb. Darin, wie in weiteren Arbeiten, thematisierte er auch sein eigenes sexuelles Begehren. Seine Rundscheiben, Textfilme, Mixed-Media-Installationen, Hörspiele und Bücher wurden seitdem international vorgeführt und gezeigt. 2006 war Kriwet Teil der von Frank Wagner kuratierten Ausstellung „Das achte Feld – Geschlechter, Leben und Begehren in der Kunst seit 1960“ im Museum Ludwig in Köln. Im Katalog schrieb Wagner im Kapitel „Vergewisserung der Identität über Zeichen“ über seine Werke: „Ferdinand Kriwet verarbeitet pointiert die Sexualisierung der Sprache. Schon 1965 tauchte der Begriff „schwul“ plakativ in mehr als zwei Meter Länge auf einem seiner Gemälde auf, zu einer Zeit, lange bevor sich die neuere Schwulenbewegung in den siebziger Jahren formierte und die abschätzige bis feindliche Bemerkung „schwul“ zur positiven Selbstbezeichnung von Homosexuellen in Deutschland gewendet wird.“
