Am 1. Mai 2026 eröffnete die Ausstellung Imitationen von Paul von Philipp Gufler in der Galerie BQ in Berlin, zu der die Paul Hoecker Forschungsgruppe die Publikation Spuren von Paul veröffentlichte. Hier ein paar Eindrücke von der Ausstellung, die noch bis zum 4. Juli 2026 zu sehen ist.



In Imitationen von Paul nimmt Philipp Gufler Hoeckers vielschichtige Biografie zum Ausgangspunkt für einen Akt künstlerischer Identifikation. Die gezeigten Stoff- und Keramikarbeiten untersuchen, wie sich aus fragmentarischen, archivalischen Spuren neue Formen, Bilder und Erzählungen entwickeln lassen. Imitation erscheint hier jedoch nicht als bloße Nachahmung, sondern – in Anlehnung an die Kunstform des Drag – als Praxis der Aneignung, Überspitzung und Transformation: als ein produktives Verfahren, das Nähe herstellt, Differenz anerkennt und im Wiederholen etwas Eigenständiges hervorbringt.


Zur Ausstellung erscheint der Splitter 19: Spuren von Paul des FQAM in Kooperation mit der Galerie BQ in Berlin mit Texten von mit Texten von Karin Althaus, Gerhard Becker, Vera Christoph, Stefan Gruhne, Philipp Gufler, Birgit Jooss, Yuliia Kizyma, Nicholas Maniu, Christina Spachtholz, Arnisa Zeqo, , die Ausstellung und Forschung als performative Kollektivarbeit verbindet. In der Vielstimmigkeit von Texten und Bildern erscheint Paul Hoecker als Teil eines offenen Prozesses fortlaufender historischer und künstlerischer Neubefragung.


Als Gründungsmitglied der Forschungsgruppe Paul Hoecker ist Gufler selbst an der kollektiven Recherche zu Hoeckers Leben und Werk beteiligt. Diese gemeinschaftliche Wissensproduktion bildet einen wesentlichen Hintergrund der Ausstellung und wird exemplarisch durch eine Zusammenstellung relevanter Archivalien im letzten Ausstellungsraum präsentiert. Die gemeinsam erarbeiteten Erkenntnisse übersetzt Gufler schließlich in seine eigenständige künstlerische Perspektive. Die Ausstellung entfaltet sich so im Spannungsfeld von kollektiver Wissensproduktion, individueller Autor*innenschaft und der kritischen Reflexion einer lange marginalisierten Künstlerbiografie.




Fotos: Roman März, Courtesy: BQ, Berlin
