Im Rahmen der „Brandhorst Flag Commission“ werden vier von Philipp Gufler gestaltete Fahnen vor dem Museum präsentiert. Zu seinen Fahnen hat Philipp Gufler auch neue T-shirts gesiebdruckt, die zu Gunsten des Forum Queeres Archiv München verkauft werden.

Die T-shirts können S, M, L, XL in weiß, S, M, XL in grau und S, M, XL, XXL in hellblau bei uns im Archiv oder hier für 20 Euro plus Versandkosten bestellt werden. Mit dem Kauf eines T-shirts unterstützt ihr unsere ehrenamtliche Archivarbeit.


In „Urning“ befasst sich der Künstler mit der Sichtbarmachung von queerer Geschichte und Erinnerungskultur und verbindet sie mit aktuellen Debatten. Auf seinen Fahnen stellt Gufler den Juristen Karl Heinrich Ulrichs in Pop-Art-Ästhetik in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Ulrichs prägte den Begriff „Urning“, der in Anlehnung an den griechischen Gott Uranos erstmals die queere Identität durch eine positive Selbstbezeichnung formulierte. Am Deutschen Juristentag, der am 29. August 1867 im Münchner Odeon stattfand, forderte er Straffreiheit für gleichgeschlechtliche Liebe. Obwohl sich der Begriff „Urning“ nicht durchsetzen konnte, ist Ulrichs zu einer zentralen Inspirationsquelle für die queere Theorie geworden.
Gufler verknüpft diese historische Bedeutung mit einer wegweisenden Plakataktion der Initiative Act Up München, die 1995 durch die Proteste der bayerischen Lokalpolitik bekannt wurde. Er aktualisiert die AIDS-Aufklärungskampagne und schafft eine Verbindung zwischen historischem Umgang mit queerer Identität und ihrer Relevanz innerhalb aktueller Debatten.

Die Fahnen hängen noch bis zum 15. März 2024 vor dem Museum Brandhorst.
