Noch bis zum 26. Oktober 2024 ist in Amsterdam die Ausstellung Manifold Books # 24: 𝙍𝙚𝙢𝙚𝙢𝙗𝙚𝙧𝙞𝙣𝙜 𝙋𝙖𝙪𝙡 unserer Paul Hoecker Forschungsgruppe (Kunsthistoriker*innen Nicholas Maniu und Christina Spachtholz, Architekt Stefan Gruhne und Künstler Philipp Gufler) zu sehen.

𝙍𝙚𝙢𝙚𝙢𝙗𝙚𝙧𝙞𝙣𝙜 𝙋𝙖𝙪𝙡 ist dabei nicht nur eine Ode an einen Künstler, dessen Karriere aufgrund seiner Homosexualität ein abruptes Ende fand, sondern auch ein Versuch einer queeren Geschichtsschreibung und einer generationenübergreifenden Trauerbewältigung im weitesten Sinne.

𝙍𝙚𝙢𝙚𝙢𝙗𝙚𝙧𝙞𝙣𝙜 𝙋𝙖𝙪𝙡 stellt sowohl Briefe, Skizzen und Fotografien aus, die als Leihgaben aus unserem Archiv zur Verfügung gestellt wurden, als auch zwei Arbeiten von Philipp Gufler nach einem Porträt von Hoecker, das Nino Cesarini auf Capri zeigt, ein kleines Interieurgemälde des Künstlers und eine Diashow mit allen bisher bekannten Gemälden.

Viele von Hoeckers Werken gingen im Laufe der Zeit verloren, aber durch die Projektion finden diese sonst verschwundenen Werke in der Ausstellung eine Repräsentation, die ihnen ein neues Leben und Publikum gibt. Die aus Mitgliedern des FQAM bestehende Paul Hoecker Forschungsgruppe hat einzelne Gemälde seines Œuvres aufgespürt, das von holländischen Genrebildern über religiöse Sittengemälde, Landschaften und Pierrot-Figuren bis hin zu – nach seiner Entlassung aus der Akademie – homoerotischen Porträts reicht. Nachdem er über ein Jahrhundert lang fast völlig in Vergessenheit geraten war, unterstreicht diese Ausstellung die Bedeutung seines Werks für die Kunst um 1900 und die Bedeutung queerer Repräsentation in der Geschichtsschreibung.
Ein ausführliches Interview mit dem Künstler Philipp Gufler wurde über unsere Ausstellung bei Manifold Books im niederländischen Kunstmagazin Metropolis M veröffentlicht.





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