Dieses Porträt der schwedischen Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander (1907–1981) hing einst in der Gaybar „Pils 2000“ in der Dultstraße 1. Die Besitzer, Wolfgang und Stachi, ließen es zu Ehren der Schauspielerin anfertigen, die bei ihren Besuchen in München gerne in die Kneipe ging.
Leander war besonders bei einem schwulen Publikum sehr beliebt. Mit ihrer androgynen Stimme und Ausstrahlung sowie den vom schwulen Textdichter Bruno Balz geschriebenen Liedern, die oft von unerfüllter Liebe handelten, sprach sie die Sehnsüchte vieler Homosexueller nach dem Zweiten Weltkrieg an (u. a. „Kann denn Liebe Sünde sein?“). Zudem zeigte sie sich ihren homosexuellen Fans gegenüber stets offen.

Allerdings war Leander nicht unumstritten, da sie in vielen nationalsozialistischen Filmproduktionen mitwirkte und engen Kontakt zu Joseph Goebbels pflegte. Sie erhielt eine der höchsten Gagen aller UFA-Stars. Oft wurde sie mit Marlene Dietrich verglichen – auch wegen der tiefen Stimme. Dietrich lehnte jedoch die Zusammenarbeit mit dem NS-Regime ab.
Nach dem Zweiten Weltkrieg betonte Leander stets, sie sei „unpolitisch“. Ihre Verstrickungen mit dem NS-Regime begleiteten sie jedoch bis zu ihrem Tod im Jahr 1981.
