Ich muß, muß, muß berühmt werden.
Klaus Mann

Klaus Heinrich Thomas Mann wurde als ältester Sohn von Thomas und Katia Mann am 18. November 1906 in München geboren, gestorben ist er am 21. Mai 1949 in Cannes/Frankreich. Gemeinsam mit seiner älteren Schwester Erika Mann formierte er die „literarischen Zwillinge“.
Geboren wurde er in München-Schwabing, aufgewachsen ist er ab 1914 in der „Thomas-Mann-Villa“ am Herzogpark, in der die Manns bis zur Machtergreifung Hitlers 1933 lebten. Die Beziehung zum distanziertem Vater galt als schwierig. Seiner Mutter Katia und seiner Schwester Erika hingegen fühlte sich Klaus zeitlebens vertrauensvoll verbunden.
Wegen seiner mäßigen schulischen Leistungen besuchte Klaus Mann ab September 1922 die Odenwaldschule, damals ein Vorzeigeinternat der Reformpädagogik, brach diese jedoch bereits im Juni 1923 wieder ab. Laut eigener Aussage machte er dort erste homoerotische Erfahrungen.
Von Juni 1924 bis zum Januar 1928 war er mit seiner Jugendfreundin Pamela Wedekind, der Tochter des Dramatikers Franz Wedekind, verlobt. Das junge Paar folgte Schwester Erika und zog im September 1924 nach Berlin, wo Klaus Mann seine erste feste Anstellung bei der Tageszeitung „Das-12-Uhr-Blatt“ als Theaterkritiker erhielt.
1925 erschienen Klaus Manns erste literarische Werke: Die Theaterstücke „Anja und Esther“ (1925) sowie die „Revue auf Vieren“ (1926) wurden wegen der Darstellung homosexueller Liebe bei den Aufführungen als Skandal gewertet. 1926 erschien auch sein Roman „Der fromme Tanz“, in dem sich Klaus Mann offen zu seiner Homosexualität bekannte in der Zeit der Weimarer Republik, in der nach § 175 Homosexualität noch unter Strafe stand. Der Roman ging als einer der ersten Homosexuellen-Romane in die Literaturgeschichte ein.
Nach der Bücherverbrennung 1933 durch die Nationalsozialisten, der auch seine Werke zum Opfer fielen, widmete sich Klaus Mann fortan dem Widerstand gegen das Hitlerregime, den er ab 1933 von Europa, ab 1938 aus dem amerikanischen Exil organisierte. Mit seiner Schwester Erika, deren Partnerin, der Schauspielerin Therese Giehse sowie dem Musiker Magnus Henning gründete er 1933 das politische Kabarettensemble „Die Pfeffermühle“.
Sein wohl bekanntestes Werk „Mephisto. Roman einer Karriere“, erschien 1936. Die Geschichte eines künstlerischen Emporkömmlings, der sich mit den Machthabern im Nazi-Deutschland arrangiert, um Karriere zu machen, orientierte sich stark am Leben des Theatermannes und Nazi-Mitläufers Gustaf Gründgens und durfte daher – im Gegensatz zur DDR – in der BRD lange Jahre nicht erscheinen; erst 1981 wagte der Rowohlt Verlag entgegen einem Gerichtsurteil die Veröffentlichung.
Nach Manns Emigration in die USA 1938 erschien 1939 sein Roman „Der Vulkan“. Im selben Jahr veröffentlichte er gemeinsam mit Erika „Escape to Life. Deutsche Kultur im Exil“. Das Werk über Persönlichkeiten der Kultur- und Intellektuellenszene wurde ein großer Erfolg.
1941 trat Klaus Mann der US Army bei, wo er sich schwertat: Da Homosexualität in der US Army nicht erlaubt war, musste er sie verbergen. Mit „The Turning Point“ erschien 1942 in New York seine zweite Biografie in englischer Sprache. Auf Drängen seines Vaters erschien 1952 die deutsche Ausgabe „Der Wendepunkt“. 1943 wurde er amerikanischer Staatsbürger und schrieb ab 1945 wöchentliche Artikel für die Armeezeitung „The Stars and Stripes“. Sein 1945/46 entstandenes Drama „Der siebente Engel“ wurde nie aufgeführt.
In den Monaten nach Kriegsende kehrte Klaus Mann in die elterliche Villa in München-Herzogpark zurück. Heimisch wurde Klaus Mann in Deutschland, das seine Schuld an Hitlerherrschaft und Krieg verdrängte, nicht mehr. Er wechselte häufig den Wohnsitz und lebte u. a. in Rom, Amsterdam, New York und Kalifornien.
Gequält von Depressionen, seiner Morphiumsucht und einer latenten Todessehnsucht setzte Klaus Mann am 21. Mai 1949 seinem Leben mit Schlaftabletten ein Ende. Er starb in einer Pension in Cannes, beerdigt wurde er auf dem dortigen Cimetière du Grand Jas.
Werkauswahl
- Der fromme Tanz. Roman, 1926
- Symphonie Pathétique. Roman, 1935
- Mephisto. Roman einer Karriere. Roman, 1936
- Der Vulkan. Roman, 1939
- Escape to Life. Deutsche Kultur im Exil (zusammen mit Erika Mann), 1939
- The Turning Point/Der Wendepunkt. Autobiografie, 1942/1952
Von Norbert Wagner

