Datum: 29.01 2024 Uhrzeit: 19:00 - 21:00 Ort: Lothringer13_Florida, Lothringerstr. 13, RGB, München
Filmscreening & Artist Talk
Das Forum Queeres Archiv München lädt ins Florida zum Filmscreening und Artist Talk mit den Filmemacherinnen Cordula Thym und Eva Egermann über anti-ableistische und queer-feministische, künstlerische Praxis. Freier Eintritt.
Der Film C-TV von Cordula Thym und Eva Egermann ist ein „farbenfrohes Genre-Multiversum“ (Madeleine Bernstorff), das utopisches Scifi-Kino, Dokufiction, Perfomance, Lesung und mehr verknüpft und damit die ableistische, heteronormative Medienwelt herausfordert. In der heteronomrative Medienwelt werden Menschen mit Behinderungen, chronischen Krankheiten und Neurodiversität oft als „narrative Prothese“ (David T. Mitchell & Sharon L. Snyder), also eine Art Gegenfolie zu Vorstellungen von „Ganzheit“ oder „Normalität“ inszeniert und zumeist rein als Rezipient*innen statt als Produzent*innen von Kultur gesehen. Spielerisch, humorvoll, poetisch, mit Form und Struktur experimentierend entwerfen die Regisseurinnen dagegen eine Welt samt Open Captions und Audiodeskription für gehörloses Publikum, in der Teilhabe und Inklusion, Agency und Sichtbarkeit weit stärker als in unserer gegenwärtigen realisiert sind. Dafür erhielt C-TV 2023 den Diagonale-Preis für Innovatives Kino. (Marie-Noëlle Yazdanpanah).
Die Künstlerin Eva Egermann ist Initiatorin des Crip Magazines. Das Crip Magazine ist eine selbstverlegte Zeitschrift, die seit 2012 in unregelmäßigen Abständen erscheint und Wissen über antiableistische Diskurse, Begriffe wie Crip Time, crip-queere Künstler*innenpositionen oder die historischen Kämpfe der Behindertenrechtsbewegungen vermittelt. Das Projekt dient als Informationsquelle, aber auch „als Werkzeug zur Selbstermächtigung und zum Aufbau einer internationalen queer-feministischen Crip Community“ (Sylvia Sadzinski). Das Magazins versteht sich als ein sozialer Raum, in dem unterschiedliche Affinitäten Gestalt annehmen und in ihrer vielfältigen Materialität sichtbar werden. Im Jahr 2022 wurde ein loses Kollektiv gegründet, das die Produktion des Crip Magazine auf breiterer Basis fortsetzen will.
Eva Egermann (geb. 1979) ist Künstlerin und lebt in Wien. In ihrer künstlerischen und textuellen Praxis befasst sie sich mit aktivistischen Bewegungen, Subkulturen verschiedener Zeiten und überarbeitet Kategorien und politische Bedingungen von Fähigkeit/ Schwäche und nicht-konformen Körpern neu. Im Jahr 2012 hat sie das Zeitschriftenprojekt Crip Magazine ins Leben gerufen. Unzählige Ausstellungsbeteiligungen führten sie an verschiedene Schauplätze, u.a. Kunsthalle Wien, Württembergischer Kunstverein Stuttgart, (2021), 17. Istanbul Biennale. 2021 organisierte sie die >Anti Stigma< Crip Convention im Belvedere 21, Wien.
Cordula Thym (geb. 1977) ist Regisseurin und Film-Editorin. Ihr partizipatives und queer-feministisch geprägtes Filmschaffen rückt marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt, sei es in Bezug auf Körper, Sprache, oder Zeitgeschichte. Seit 2009 hat sie die zwei preisgekrönten Dokumentarfilme Verliebt Verzopft Verwegen – Geschichten lesbischer (Un-)Sichtbarkeit im Wien der 50er und 60er Jahre und FtWTF – female to what the fuck zum Thema Geschlechter Identitäten realisiert (gemeinsam mit Katharina Lampert). 2017 erhielt sie den Diagonale Preis für beste künstlerische Montage Dokumentarfilm (gemeinsam mit Christin Veith).
Fotocredits: Filmstill aus C-TV (Eva Egermann, Cordula Thym)
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