Am 14. Mai 1935 starb Magnus Hirschfeld im Exil in Nizza. Er war 1897 der Anstoß für die weltweit erste Homosexuellenbewegung, als er in Berlin das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee gründete. Bald schlossen sich auch Münchner Aktivisten an und eröffneten 1902 ein Unterkomitee. Dessen Geschichte hat das Forum veröffentlicht.

Hirschfeld war ein Pionier der Sexualforschung und forderte unablässig die Streichung des § 175. Das von ihm gegründete Sexualwissenschaftliche Institut fiel 1933 den Plünderungen und der Zerstörungswut der Nationalsozialisten zum Opfer. Wenige Zeugnisse aus der Zeit der ersten Homosexuellenbewegung der Weimarer Republik haben überdauert. Das Forum besitzt eine große Sammlung des Jahrbuchs für Sexuelle Zwischenstufen, das Hirschfeld von 1899 bis 1923 herausgab.
Im Zuge seiner Vortragsreisen besuchte Hirschfeld im Oktober 1920 München und hielt einen sexualwissenschaftlichen Vortrag. Auf dem Heimweg wurde er brutal von einem rechtsradikalen Mob niedergeschlagen und überlebte knapp. Auch zu diesem Aspekt hat das Forum ein Buch herausgebracht: https://forummuenchen.org/publikation/der-anschlag-auf-magnus-hirschfeld-ein-blick-auf-das-reaktionaere-muenchen-1920/
Nach einer Vortragsreise, die ihn in viele Kontinente führte, kehrte Hirschfeld nicht mehr nach Deutschland zurück, denn die Nationalsozialisten hatten inzwischen die Macht übernommen, Hirschfeld stand als Homosexueller, Jude und Sozialdemokrat ganz oben auf ihrer Fahndungsliste. Aus dem Exil musste er zusehen, wie sein Lebenswerk zerstört wurde. An seinem 67. Geburtstag starb der weltberühmte Forscher, für den es in München noch keine Straßenbenennung gibt.
