Wie kann ein queeres Archiv verantwortungsvoll mit Beständen umgehen, die pädosexuelle Positionen vertreten, Gewalt verharmlosen oder Menschen diskriminieren?
Diese Frage steht im Mittelpunkt des Teilprojekts „Archivdurchsicht“, das das FQAM von Oktober 2026 bis April 2027 als nächsten Schritt der Aufarbeitung verfolgt. Die wissenschaftliche Dokumentarin Julia Schmitt entwickelt für das FQAM ein praxistaugliches Konzept und Kriterienraster, anhand dessen die Archivbestände systematisch gesichtet, dokumentiert, kontextualisiert und mit Hinweisen zur Zugänglichkeit versehen werden. Julia Schmitt leitete im Archiv der Süddeutschen Zeitung über viele Jahre hinweg die inhaltliche Erschließung des Zeitungs- und historischen Bildarchivs. Ihre Expertise im Umgang mit sensiblen Archivmaterialien, insbesondere durch die Sammlung von Propagandafotos aus dem Nationalsozialismus, bringt sie nun in unser Aufarbeitungsprojekt mit ein.
Ein Abschlussbericht, der auch veröffentlicht wird, macht den Prozess transparent, um die Aufarbeitung und Forschung zum Thema sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen innerhalb der queeren Community zu unterstützen und als Modell für andere LGBTIQ*-Archive zu dienen.
Die Archivdurchsicht wird von einem fachlich begleiteten Team von Freiwilligen unterstützt, das auch nach Projektende weiterarbeiten wird. Wenn du mitmachen möchtest, melde dich gern unter info@forummuenchen.org.
Weitere Informationen zum Aufarbeitungsprozess des FQAM und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Homosexualität und Pädosexualität in München findet ihr hier.

