Oktobergedenktag
Am 20. Oktober 1934 fand die erste große antihomosexuelle Razzia der Nationalsozialisten statt. wie jedes Jahr, hält das Forum Queeres Archiv München auch in diesem Jahr am 20. Oktober eine öffentliche Gedenkveranstaltung ab. Sie findet am „Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen“ in der Dultstraße/Ecke Oberanger statt. An dieser Stelle befand sich damals das von der Razzia betroffene Gasthaus Schwarzfischer, einem bekannten Treffpunkt für schwule Männer zur damaligen Zeit. Mitglieder des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur werden Auszüge aus Biografien einiger von der Verfolgung betroffener Menschen verlesen.
Im Anschluss marschieren wir in einem Kerzen-Gedenkzug, mit Zwischenstationen, zum Sub – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München, wo wir den Abend gemeinsam ausklingen lassen können.
Datum: 20.10 2026 Uhrzeit: 19:00 - 20:15 Ort: Bodendenkmal, Oberanger/Ecke Dultstraße München, München
Diesen Termin in Deinem Kalender abspeichern? Bitte hier klickenVergangene Veranstaltungen
Gespräch mit Erich Haas
2014, 24 Min., OmeU
Ein Filmporträt von Philipp Gufler und Liane Klingler
Mit einer Einführung von Albert Knoll, Vorsitzender Forum Homosexualität München, und anschließender Diskussion mit Erich Haas.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Forum Homosexualität München statt.
Das Filmporträt erzählt die sozialen und politischen Repressionen gegenüber Homosexuellen im Nachkriegsdeutschland anhand eines Gesprächs mit dem 95 Jährigen Erich Haas nach, der als Empfangschef in Hotels in München nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete. Am Stachus, einem damaligen schwulen „Brennpunkt“, lernte Haas 1949 seinen Freund Klaus Linde kennen, mit dem er bis zu dessen Tod 1988 zusammenlebte. Zusammen waren sie Ende der 50er die Besitzer einer kleinen „Herrenbar“ in der Nähe des Isartors, die Haas im Film das erste Mal seitdem wieder besuchte.
Ihr Leben stand im Schatten des §175, der 1872 im deutschen Kaiserreich in Kraft trat, 1935 von den Nazis verschärft wurde und auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter gleichgeschlechtliche Liebe kriminalisierte. Haas und Linde kamen mehrmals mit dem Paragraphen in Berührung, der erst 1969 entschärft wurde.
Ein Gespräch mit Erich Haas über den § 175, die schwule Szene in den 1950er und 60er Jahren, die weiterhin ins gesellschaftlich Unsichtbare gedrängt wurde, und seine Liebe zu Klaus.
Datum: 15.01 2015 Uhrzeit: 19:00 Ort: Lothringer13_Florida, Lothringerstr. 13, RGB, München
Diesen Termin in Deinem Kalender abspeichern? Bitte hier klickenPhilipp Gufler: Gauweilereien
Kurator: Michael Fürst
Vom 17. August bis 3. September zeigt das Schwule Museum* die Videoinstallation und das gleichnamige Künstlerbuch „Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)“ von Philipp Gufler.
Darin gewährt der Künstler einen kaleidoskopartigen Rückblick auf die Anfänge der AIDS-Krise in München in den 1980iger Jahren. Die Videoarbeit versetzt die Betrachter_innen in einen klassischen „White Cube“, in welchem Gufler aus dem Archiv Forum Homosexualität München e.V. zusammengetragene Dokumente in chronologischer Reihenfolge präsentiert. Mit einem „Maßnahmenkatalog“ beantwortete Peter Gauweiler (ehemaliger bayerischer Staatssekretär) das Auftauchen der AIDS Seuche mit ebenso drastischen wie schockierenden Vorschlägen. Nicht etwa die Prävention der Krankheit steht im Vordergrund von Gauweilers Maßnahmenkatalog, sondern die Ausgrenzung und letztlich die Auslöschung der „Keimträger“, sprich der Sexarbeiter_innen und Homosexuellen. Diesen Ressentiments stellt Gufler die emanzipatorischen Schlachtrufe der Münchner Schwulen- und Lesbenbewegung entgegen und zeichnet somit ein oszillierendes Bild münchnerischer und zugleich deutscher Geschichte.
Zusammen mit der Videoinstallation werden neue Arbeiten von Gufler gezeigt, unter anderem Siebdrucke auf Stoff aus der Serie „Quilt“, sowie in Epoxi gegossene Textcollagen mit dem Titel „August von Platen“, die speziell für diese Ausstellung entwickelt wurden.
Die Serie „Quilt“ ist eine Hommage an an AIDS verstorbene Personen. AIDS war in den 80er Jahren nicht mehr nur eine Frage der Medizin, sondern vielmehr eine der Sozialpolitik und der alltäglichen Homophobie. Im Juni 1987 wird in San Francisco das Mahnprojekt „NAMES Project AIDS Memorial Quilt“ initiiert, um eine Form für eine Trauerfeier zwischen Privatheit und Öffentlichkeit zu finden und damit die Verstorbenen vor dem Vergessen zu bewahren. „Das Ausgangsmaterial der Quilts in ihren verschiedenen Stofflichkeiten und die unter ihrer Verwendung gewählte Form des Abschiednehmens folgen den Prinzipien der Wiederholung und der Serie, der Verdichtung und der Unterbrechung.“ (Gürsoy Dogtas)
Ein Ausgangspunkt der in Epoxi gegossenen Textcollagen wiederum bildet das Buch „Deiner Umarmung süßer Sehnsucht“ von Hubert Fichte über den Schriftsteller August von Platen (1796 – 1835). Der nicht einheitliche Text, der keiner chronologischen Narration folgt, erzeugt ein Springen zwischen Zeiten und Perspektiven und ermöglicht dadurch verschiedene Bedeutungs- und Identifikationsebenen.
Philipp Gufler (*1989) lebt in München. Sein Werk erstreckt sich über verschiedenste Medien (Druckgrafiken, Performances, Videoinstallationen u.a.). Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und an der Universiteit van Amsterdam.
Alle Arbeiten Courtesy Galerie Françoise Heitsch, München.
Am 19.08. findet um 19 Uhr ein Gespräch zwischen dem Künstler und der Kunsttheoretikerin Kerstin Stakemeier statt.
Finissage ist am 3. September von 19 bis 22 Uhr mit DJ Problemi und Lisa Schairer.
Datum: 16.08 2014 - 07.09 2014 Uhrzeit: Ganztägig Ort: Schwules* Museum, Lützowstraße 73, Berlin
Diesen Termin in Deinem Kalender abspeichern? Bitte hier klicken„Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)“ an der Akademie der Bildenden Künste München
Debütantenausstellung mit Philipp Gufler
Im Rahmen der Debütantenausstellung 2014 der Akademie der bildenden Künste München zeigt Philipp Gufler seine Videoinstallation „Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)“.
Bestehend aus drei Teilen – einer Videoinstallation, einem Siebdruck der die Autoren der abgefilmten Objekte nennt sowie einem im HAMMANN & VONMIER Verlag veröffentlichten Begleitmagazin – gewährt der Künstler mit seinem Werk einen kaleidoskopartigen Rückblick auf die Anfänge der AIDS-Krise in München in den 1980iger Jahren. Die Videoarbeit versetzt den Betrachter in einen klassischen „White Cube“, in welchem Gufler aus dem Archiv Forum Homosexualität München e.V. zusammengetragene Dokumente in chronologischer Reihenfolge präsentiert und sie durch aktuelle Arbeiten befreundeter Künstler ergänzt. Dabei scheint es bemerkenswert, dass die Ausstellung nur für den Moment der Filmaufnahmen konzipiert wurde und somit lediglich im virtuellen Raum existiert. Man kann dieses Spiel des Künstlers mit verschiedenen Repräsentationsebenen durchaus als Problematisierung im Umgang mit Homosexualität und Geschichte verstehen. Die Plakate, Kunstwerke, Zeitungs- sowie Fernsehausschnitte, die zum Teil auch in dem Begleitmagazin zu finden sind, werden von der Kamera in einer fließenden Bewegung erfasst und offenbaren eine Diskussion über Sexualität, Liebe, Moral und Tod wie wir sie auch heutzutage fast unverändert in den Medien erleben (z.B. Bildungsplandebatte). Der infame Peter Gauweiler (ehemaliger bayerisches Staatssekretär) wie auch der damalige Kultusminister Bayerns Hans Zehetmair beantworten das Auftauchen der AIDS Seuche mit ebenso drastischen wie schockierenden Vorschlägen. Nicht etwa die Prävention der Krankheit steht im Vordergrund von Gauweilers Maßnahmenkatalog sowie Zehetmairs Rhetorik, sondern die Ausgrenzung und letztlich die Auslöschung des „Keimträgers“, sprich des Homosexuellen. Diesen homophoben Ressentiments stellt Gufler die emanzipatorischen Schlachtrufe der Münchner Schwulen- und Lesbenbewegung entgegen und zeichnet somit ein oszillierendes Bild münchnerischer und zugleich deutscher Geschichte.
Beteiligte: Maximiliane Baumgartner, Adrian Djukic, Gürsoy Dogtas, Florian Gass, Albert Knoll, Dr.med. Hans Jäger, Stephan Janitzky, Richard John Jones, Simon Leahy, Stefanie Hammann, Maria von Mier, Mirja Reuter, Lisa Schairer, Barbara Spiller und Guido Vael.
Text: Nicholas Maniu
Datum: 08.04 2014 - 13.04 2014 Uhrzeit: Ganztägig Ort: Akademie der Bildenden Künste, Akademiestraße 2, München
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